Uhren: Höchste Zeit: Air Command von Blancpain
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Uhren haben einen festen Platz in Capital – hier stellen wir Neuigkeiten aus der Branche vor. Diesmal: eine Uhr von Blancpain, die mit den Elementen spielt
Das Wasser beherrscht sie: Über viele Monate stand die Taucheruhr von Blancpain im Scheinwerferlicht. Vor 70 Jahren schuf die Manufaktur die weltweit erste Taucheruhr, die „Fifty Fathoms“. Das Jubiläum feierte der Hersteller und würdigte Meilensteine: patentierte Innovationen wie die arretierbare Lünette, die Ausstattung französischer Kampftaucher, der US Navy Seals und des Abenteurers Jacques-Yves Cousteau. Zu Ehren der „Fifty Fathoms“ – der fünfzig Faden – gab es gleich drei neue Modelle.
Doch eine Marke sollte sich hüten, zum „one-trick pony“ zu werden, sprich: vor allem mit einer Uhr des Portfolios assoziiert zu werden. Deshalb flankiert Wettbewerber Audemars Piguet den Bestseller „Royal Oak“ mit neuen Linien wie der „Code“-Kollektion, und aus ähnlichem Grund entschied Patek Philippe 2021, die heiß gelaufene „Nautilus“-Referenz 5711/1A aus dem Sortiment zu nehmen.
Und auch Blancpain beherrscht mehr Elemente. Vor fünf Jahren hauchten die Ateliers in Le Brassus im Schweizer Jura ihrer Fliegeruhr „Air Command“ neues Leben ein. Schließlich besitzt auch dieses Modell der frühen 50er-Jahre eine glorreiche Vergangenheit: Es wurde 1953 für die US Air Force entworfen. Zwölf Prototypen übergab der damalige Distributor in den USA, Allen V. Tornek, an Jetpiloten. In Serie ging die „Air Command“ jedoch nie, was sie zum seltenen und begehrten Auktionsobjekt macht – für sechsstellige Summen.
1996 wurde der Name „Air Command“ dann für eine eher ins Tauchergenre passende Uhr aufgegriffen. Erst 2019 stieg die legendäre Fliegeruhr wie der Phönix aus der Asche. Das Design orientierte sich am Original, versehen mit modernster Mechanik. Natürlich mit Flyback-Funktion in beiden Kalibern, die in den zwei Größenvarianten (36,2 oder 42,5 Millimeter Durchmesser) zum Einsatz kommen. Sie ermöglicht das einhändige Nullen der Stoppfunktion. Dank des vertikal gekuppelten Säulenradsystems gelingt das ohne Stottern.
Mit der neuen „Air Command“ betont die zur Swatch Group gehörende Marke Blancpain ihre fliegende Vergangenheit
© PR
Die in diesem Jahr nun neu lancierte grüne Version der „Air Command“ ist von Tarnkleidung inspiriert. Die bei Tageslicht beigefarbene Leuchtmasse der markanten Indexe harmoniert mit den hellen Nähten des Armbandes. Als Verweis auf den Profieinsatz dienen die drehbare Lünette und eine Tachometerskala bei der Ermittlung der Fluggeschwindigkeit über Boden, dem „ground speed“.
Für eine Uhr, die zumindest in der Theorie auch von Piloten getragen werden soll und starken physikalischen Kräften sowie Magnetfeldern standhalten muss, kommt zupass, dass die Unruhspiralfedern seit 2001 auch aus Silizium statt Metall gefertigt werden. Das macht sie leichter, flexibel, ohne auszuleiern, und langlebiger. Und die Uhr genauer. Davon profitieren alle Träger, ganz gleich, ob sie dem Element Wasser oder Luft ausgesetzt sind.
Details zur „Air Command“:Durchmesser — 36,2 oder 42,5 mmMaterial — Titan Grade 23Gangreserve — 40 bzw. 50 StundenWerk — F188B bzw. F388B
Preis — 21.350 bzw. 22.800 Euro
Die Marke BlancpainDie Geschichte der Marke beginnt mit dem Eintrag von Jehan-Jacques Blancpain als Uhrmacher ins Register seiner Heimatstadt Villeret im Jahr 1735. Lange Zeit bleibt das Unternehmen im Familienbesitz, seit 1992 gehört es zur Swatch Group. CEO ist Marc A. Hayek.
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