Boxen der Aufnahme in die Olympischen Spiele 2028 „einen Schritt näher“

World Boxing wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorläufig als internationaler Verband dieses Sports anerkannt.
Boxen steht derzeit nicht auf dem Programm für Los Angeles 2028 und die Gründung eines neuen Weltverbandes war das größte Hindernis für die Aufnahme dieser Sportart in die nächsten Spiele.
Das IOC hat den Boxsport bei den letzten beiden Olympischen Spielen geleitet, nachdem die International Boxing Association (IBA) 2019 aufgrund von Problemen in den Bereichen Governance, Finanzen, Schiedsrichterwesen und Ethik als Weltverband des Sports suspendiert worden war.
Im Juni 2023 wurde der von Russland geführten IBA dann ihr Status entzogen, weil sie die geplanten Reformen nicht umgesetzt hatte.
World Boxing wurde im April 2023 gegründet und hat mittlerweile 78 Mitglieder auf fünf Kontinenten, darunter Großbritannien.
In einer Erklärung des IOC heißt es: „Die (IOC-)Bewertung kam zu dem Schluss, dass World Boxing in den identifizierten Problembereichen weiterhin Fortschritte erzielt hat.“
Das IOC fügte hinzu, dass World Boxing mehrere wichtige Kriterien für eine vorläufige Anerkennung erfüllt habe, darunter die Gewinnung ausreichender Mitglieder auf fünf Kontinenten.
Außerdem hat das Unternehmen während der Spiele von Paris 2024 den Integritätsprozess im Sport umgesetzt, indem es für unabhängige Aufsichts- und Good-Governance-Strukturen gesorgt, Zusicherungen hinsichtlich der Einnahmen abgegeben und sich dem Welt-Anti-Doping-Code angeschlossen hat.
Boris van der Vorst, Präsident von World Boxing, sagte: „Die Beibehaltung seines Platzes bei den Olympischen Spielen ist für die Zukunft unseres Sports auf allen Ebenen, von der Basis bis in die höchsten Ränge des Profiboxens, absolut entscheidend, und diese Entscheidung des IOC bringt uns unserem Ziel, Boxen wieder ins olympische Programm aufzunehmen, einen Schritt näher.“
„[Es] ist ein wichtiger Meilenstein, aber jeder, der mit World Boxing zu tun hat, versteht, dass die Zugehörigkeit zur olympischen Bewegung ein Privileg und eine Verantwortung und kein Recht ist.“
„Es gibt noch viel zu tun, und alle sind nach wie vor entschlossen, weiterhin zusammenzuarbeiten und alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um unserem Sport eine bessere Zukunft zu ermöglichen und sicherzustellen, dass das Boxen im Mittelpunkt der olympischen Bewegung bleibt.“
Neben der Aberkennung seines Status lag das IOC mit der IBA während der Spiele von Paris 2024 auch wegen der Teilnahme zweier Boxerinnen im Clinch: der Algerierin Imane Khelif und der Taiwanerin Lin Yu-ting.
Die IBA sperrte die beiden Kämpfer nach einem Chromosomentest mitten in der Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2023 mit der Begründung, sie seien aufgrund ihres Geschlechts nicht teilnahmeberechtigt. Das IOC ließ sie jedoch zur Teilnahme zu und beide gewannen Goldmedaillen in ihren Gewichtsklassen.
bbci